Situation der Geflüchtetet in LDS am Beispiel Luckau

Youssef Kouka & Gerd Kaufmann

Die Situation zwischen Geflüchteten in Wohnungen und in der Gemeinschaftsunterkunft unterscheidet sich deutlich. Diesbezüglich ist die Belegungspraxis von Wohnungen mit Familien mit Kindern ein sehr sinnvolles Vorgehen gewesen. Dort gibt es lediglich einen größeren Bedarf an Orientierung und Unterstützung bezüglich virtueller Verfahren, insbesondere bei Behörden, so wie Hilfen zu Themen wie: wie/wo komme ich an welche Nachweise? Wie/wo kann ich beglaubigte Kopien erstellen? Usw. Die Situation in Sammelunterkünften stellt sich ganz anders dar. Aktuell gibt es noch keine Probleme in der Gemeinschaftsunterkunft in Luckau, aber es gibt ein Betretungs- und Besuchsverbot für Externe. Dazu zählt auch unserer Initiative, aufgrund gesetzlicher Vorgaben zu Sammelunterkünften. Wir sind aber zumindest im Austausch mit dem Heimbetreiber. Problematisch ist, dass die Mehrzahl unserer Unterstützer*innen zur Gruppe potenziell Gefährdeter bzgl. Corona gehört und wir daher unsere Aktivitäten auf individuelle Begleitung beschränken mussten. Durch das Verbot von Aktivitäten von Vereinen (Begegnungen) ruht auch die sonstige Arbeit. Ursprünglich hatten wir vor, im 1. Halbjahr öffentliche Planungswerkstätten zum Thema „Geflüchtete in Luckau“ und einer Neuausrichtung unserer Arbeit zu machen. Die Geflüchteten in der Gemeinschaftsunterkunft leiden am meisten unter den aktuellen Maßnahmen, müssen mit wenig Platz auskommen, sind zum Teil auch durch die Berichte aus den Heimatländern sehr ängstlich geworden und würden im Falle von Infektionen in der Einrichtung direkt von Quarantänemaßnahmen betroffen sein. Das heißt, dass die psychische Belastungssituation dort beträchtlich höher ist. Der Betreiber versucht im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten gegenzusteuern und Angebote zu organisieren. Leider können wir dabei nicht unterstützen und so kommt es umso mehr auf die Qualität der Arbeit der Betreiber an, wie mit dieser Situation umgegangen werden kann. Die potentielle Isolation wird erheblich dadurch verstärkt, dass auch keine Integration in der klassischen Form angeboten werden kann. Die Verletzlichkeit dieser Gruppe ist in der aktuellen Situation besonders gegeben. Und zu allem Überfluss ist das noch gar kein Thema, womit die Bewältigung der Lage fast ausschließlich von den Kompetenzen der Betreiber abhängig Wünschenswert wäre die (zentrale) Erarbeitung möglicher konkreter Integrationsprojekte unter Pandemiebedingungen, die die Betreiber (ggf. mit Unterstützung Ehrenamtlicher, wenn das möglich ist) in dieser Situation proaktiv umsetzen können. Diese müssen die Rahmenbedingungen berücksichtigen und Qualitätskontrollen der Arbeit der Betreiber (zum Thema Infektionsschutz aber auch Wahrung einer menschenwürdigen Existenz etc.) beinhalten. Wichtig ist auch, für eine größere Sichtbarkeit der Problematik von Geflüchteten in Sammelunterkünften in der Öffentlichkeit zu sorgen und eine Verständigung darüber anzuregen, was Integration in Zeiten des "social-distancing" bedeutet. Aktuell sind eigentlich alle auf sich allein gestellt. Die zwei Infizierten in Wassmannsdorf sind jetzt in Quarantäne, in einem, autark versorgten Trakt, abgeschottet von den anderen 148 Bewohnern. Fünf engen Kontaktpersonen und vier Angestellten wurden Rachenabstriche genommen. Ergebnisse sollen Ende der Woche vorliegen. (Text: Gerd Kaufmann, Susanna Sandvoss. Infos zu Wassm

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